6 Tipps zum Schweizer Garantierecht

Erstellt: Donnerstag, 20. Dezember 2012
Neue Garantiefristen in der Schweiz

Was Sie bei der neuen Garantiefrist in der Schweiz unbedingt beachten müssen, hat der Konsumentenschutz zusammengefasst.

Die Änderung der Schweizer Garantiefrist ab 1. Januar 2013

Mit Beginn des neuen Jahres tritt die Revision des schweizer Obligationenrechts in Kraft. Diese schreibt neu eine Gewährleistungsfrist (umgangssprachlich: „Garantie“) von mindestens zwei Jahren vor. Das heisst, dass die Anbieter auf allen Geräten, die neu gekauft werden, eine Garantiefrist von 2 Jahren gewährleisten müssen. Allerdings gibt es trotz der Gesetzesänderung immer noch Schlupflöcher für Anbieter. Sie können beispielsweise auf die zweijährige Garantie verzichten, wenn sie dies klar und deutlich kommunizieren.

Damit Sie auf die Tricks der Anbieter nicht hereinfallen, hat die Stiftung für Konsumentenschutz die wichtigsten Stolpersteine und Tipps aufgelistet:

1. Ware umgehend überprüfen

Mängel, die bereits direkt nach dem Kauf einer Ware entdeckt werden können, müssen dem Verkäufer weiterhin umgehend gemeldet werden (sog. Mängelrüge). Damit verbessert sich die Situation für Konsumenten lediglich bei den versteckten Mängeln, also solchen, die erst nach einer längeren Gebrauchsdauer zum Vorschein kommen. Auch diese müssen nach deren Entdeckung umgehend dem Verkäufer gemeldet werden. Das Gesetz definiert nicht eindeutig, was mit „umgehend“ gemeint ist, der Verkäufer kann in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) jedoch eine Rügefrist festhalten. Aus diesem Grund sollten Sie die AGB vor dem Kauf unbedingt genau durchlesen (vgl. weiter unten).

2. Verkürzung der Gewährleistungsfrist

Eine Verkürzung der Gewährleistungsfrist ist gegenüber Konsumenten nicht mehr zulässig. Eine Ausnahme bilden hier Occasionswaren. Allerdings muss die Garantie auch hier mindestens ein Jahr betragen.

3. Garantieausschluss per AGB nicht mehr möglich

Anbieter dürfen die Gewährleistungsfrist künftig nicht mehr über die AGB ausschließen. Wenn sie der gesetzlichen Gewährleistungsfrist von zwei Jahren nicht nachkommen wollen, müssen sie dies klar und deutlich kommunizieren.

4. Gewährleistungsrechte auf Ersatzgeräten

Sollte ein kaputtes Gerät durch ein neues ersetzt werden, beginnt die Verjährung gemäß Obligationenrecht von Neuem. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Verkäufer die Forderung nach einem Ersatzgerät anerkannt hat und damit die Verjährung unterbrochen wurde.

5. Rückwirkende Gewährleistungsfrist

Es ist unklar, ob die neue zweijährige Gewährleistungsfrist auch für Waren gilt, welche im Jahre 2012 gekauft wurden. Es ist daher ratsam, sich die zweijährige Garantie bei einem Kauf vor Ende des Jahres vom Verkäufer schriftlich bestätigen zu lassen.

6. Garantieverlängerungen

Verkäufer locken Konsumenten oft mit teuren Garantieverlängerung. Der Konsument sollte bei solchen Angeboten genau prüfen, welcher zusätzliche Nutzen sich daraus ergibt und ob sich eine solche Investition auch wirklich lohnt.

 

Quelle: http://konsumentenschutz.ch